Mehrgenerationenhäuser als kommunale Chance


Pressemitteilung vom 11.02.2020

Nachbarschaftshilfe Garching e.V. fordert zum Handeln auf

Vertreter der Nachbarschaftshilfe Garching e.V. besuchten im Dezember 2019 einen Fachtag für Mehrgenerationenhäuser (MGH) in Nürnberg - veranstaltet von der Landesarbeitsgemeinschaft der öffentlichen und freien Wohlfahrtspflege in Bayern, unterstützt vom Bayrischen Staatsministerium für Familien, Arbeit und Soziales.

Bundesweit gibt es mittlerweile rund 540 Mehrgenerationenhäuser, 90 davon allein in Bayern. Die Einrichtungen sind zu unverzichtbaren Kristallisationspunkten in unseren Landkreisen und Städten geworden: einmal im Sozialraum verankert, will sie niemand mehr missen.

Mehrgenerationenhäuser sind Orte der Begegnung für Menschen jeden Alters und jeder Herkunft. Sie bieten Raum für gemeinsame Aktivitäten und schaffen ein nachbarschaftliches Miteinander. Mehrgenerationenhäuser erkennen die Bedarfslage und schaffen niederschwellige Angebote von der Geburt bis ins hohe Alter, für jede Lebenslage. So gestalten sie die Folgen des demografischen Wandels aktiv und zukunftsorientiert. Mehrgenerationenhäuser unterstützen die Kommune bei der gesellschaftlichen Aufnahme und Integration von Menschen mit Migrations- und Fluchtgeschichte. In den Einrichtungen können sich Menschen entsprechend ihrer Interessen und Fähigkeiten freiwillig engagieren und werden dabei unterstützt und begleitet von hauptamtlich Tätigen. Unabhängig vom Schwerpunkt zeichnen sich MGH also durch generationenübergreifende Arbeit, Sozialraumorientierung und freiwilliges Engagement aus.

Aus genau diesen Gründen sind solche Einrichtungen eine Bereicherung für jede Kommune. Es darf an politischer und finanzieller Unterstützung nicht fehlen! Der Bund fördert im „Bundesprogramm Mehrgenerationenhaus“ kommunale und freie Träger dabei, ein Mehrgenerationenhaus zu betreiben und dessen demografisches Profil entsprechend den lokalen Bedarfen auszurichten. Auch das Zentrum Bayern Familie und Soziales (ZBFS) stellt Fördergelder zur Verfügung.

Die Stadt Garching würde von solch einem Mehrgenerationenhaus definitiv profitieren! Es wäre DIE Investition in die Zukunft - um die Herausforderungen des demografischen Wandels, der Digitalisierung, der Inklusion, den Umgang mit Rassismus und Fremdenfeindlichkeit sowie Unterschiede zwischen Arm und Reich zu bewältigen.

Im Landkreis München haben bereits 12 Gemeinden ein Mehrgenerationenhaus oder ein Familienzentrum, unsere Nachbargemeinde Ismaning sogar schon seit 1997. Es ist Zeit für Garching, das Mehrgenerationenhaus als Chance zu begreifen! Die Nachbarschaftshilfe Garching fordert: nicht nur reden, sondern handeln…